Opera

Opera Webbrowser

Der Browser Opera, eine kleine und anpassungsfähige Browser-Suite, erschien in der ersten Version 1996 und hat sich seither vor allem in Europa eine Nische gesichert. Opera zeichnet sich vor allem durch die Vielzahl seiner Funktionen aus: Neben den eigentlichen Internetfunktionen bietet er einen integrierten E-Mail-Client, Chatmodule, BitTorrent-Unterstützung und viele, oft einmalige Funktionen mehr. Auch ist er, verglichen mit Konkurrenzprodukten, sehr schlank und schnell. Darüber hinaus ist er für eine Vielzahl von Betriebssystemen und Benutzersprachen verfügbar. Außerdem war Opera einer der ersten Browser, die Tabs und einen PopUp-Blocker fest integriert hatten. Die Desktopversion enthält seit Version 8.50 (September 2005) keine Werbebanner mehr und ist somit Freeware.

Allgemein

Der Opera-Browser ist seit der Version 8.5 vom 20. September 2005 kostenlos verfügbar und damit so genannte Freeware. Kostenpflichtige Registrierungen sind damit nicht mehr erforderlich. Bis einschließlich Version 4 gab es den Browser nur in einer kostenpflichtigen Version, im Anschluss gab es auch alternativ eine kostenlose, werbefinanzierte Variante, die ein Werbebanner anzeigte (Adware). Diese beiden Varianten werden seit der Umstellung auf die werbefreie Freeware-Version nicht mehr fortgeführt.

Als der Browser Opera Ende 1996 in Norwegen das Licht der Öffentlichkeit erblickte, sagte man ihm keine große Zukunft voraus. Immerhin stellte die Firma Microsoft mit dem Internet Explorer einen kostenlosen Browser ohne Werbung zur Verfügung, der bereits den Marktführer Netscape ins Wanken brachte. Die Gründe, weshalb sich Opera trotz seiner kosten- und werbefreien Konkurrenz einer wachsenden Beliebtheit erfreute, waren neben der vielfältig anpassbaren Oberfläche und der Geschwindigkeit beim Laden von Inhalten auch die sehr gute Kompatibilität zu neueren Web-Standards. Des Weiteren setzte Opera in Bezug auf Anwenderkomfort neue Maßstäbe. Opera bot seit der ersten Version das sogenannte Tabbed Browsing (mit grafischen „Tabs“ seit Version 4, Grundlage von mehreren Dokumentschnittstellen in einem MDI aber schon seit Version 1) an und führte früh Mausgesten ein. Beides wurde später von anderen Browsern übernommen.

Opera selbst begann 1994 als Forschungsprojekt des norwegischen Telekommunikationsunternehmens Telenor und wurde 1995 als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Opera Software ASA ausgegliedert. Im März 2004 ging Opera an die Osloer Börse. Im Mai 2004 gab Opera bekannt, durch einen Vergleich in einem Rechtsstreit mit einem nicht näher bezeichneten internationalen Unternehmen 12,75 Millionen US-Dollar erhalten zu haben.

Opera und Nintendo

Opera entwickelte in Partnerschaft mit Nintendo einen Nintendo-DS-Browser, mit dem es möglich ist, auf diesem Gerät herkömmliche Webseiten zu besuchen. Allerdings werden weder Flash noch Java-Inhalte unterstützt. Mitgeliefert wird eine RAM-Erweiterung für den zweiten Slot des Nintendo DS (Lite). Der Browser erschien am 24. Juli 2006 in Japan, am 6. Oktober 2006 in Europa und am 8. Juni 2007 in den USA. In Europa wird der Browser für den empfohlenen Preis von 39,99 € angeboten.

Des Weiteren wurde am 22. Dezember 2006 ein Opera-Browser für Nintendos Spielekonsole Wii veröffentlicht. Als Speicherplatz wird ein eingebautes Flash-ROM (Read-Only-Memory) verwendet. Alle Webstandards der Desktopversion des Browsers werden auch auf Wii unterstützt, im Gegensatz zur DS-Version auch Adobe Flash. Die Navigation erfolgt mit der „Wiimote“, dem Einhand-Controller des Wii. Der Browser konnte bis Juli 2007 gratis bezogen werden, inzwischen muss er mit 500 Wii-Punkten (entspricht 5 €) gekauft werden.

Versionstabelle

Version Zeitrahmen Zusammenfassung Unterversionen (Windows)
1 1994 bis 1995 Obwohl es nie öffentlich herausgegeben wurde, existieren Bildschirmfotos des damaligen MultiTorg Opera. Einige Funktionen sind bis heute erhalten geblieben; in etlichen Weblogs findet man Zeugnisse eines MultiTorg Opera 1.0b4. 1.0 (nie veröffentlicht; Ende 1994)
2 September 1996
bis
Februar 1997
Die erste öffentliche Version von Opera war Version 2. Die älteste Version ist eine norwegische Demoversion von Opera 2.0, die bei einer PC-Zeitschrift enthalten war. Sie lädt nur lokale Seiten, aber viele von Operas Schlüssel-Funktionen waren vorhanden. Aufgrund der positiven Aufnahme dieser Version wurde an einer öffentlichen englischsprachigen Version 2.10 gearbeitet, die zunächst ab September 1996 als Beta-Version und am 8. Dezember 1996 als Vollversion erschien. 2.10 (08.12.1996)
2.12 (12.02.1997)
3 Dezember 1997
bis
März 2000
Während der 3er-Serie verwandelte sich Opera von einem minimalen in einen leistungsstarken Browser, der in Version 3.62 gipfelte. Diese Version wurde meist als Standard im Vergleich mit späteren Versionen verwendet. Sie bot eine gute CSS1-Unterstützung und trotz ihres Alters kann auch heute noch das Web überraschend gut mit ihr betrachtet werden. Die erste Beta-Version der 3er-Serie erschien im September 1997 und die finale Version 3 kam Ende 1997 zur Veröffentlichung. 3.00 (31.12.1997)
3.10 (08.02.1998)
3.21 (17.04.1998)
3.50 (16.11.1998)
3.51 (22.12.1998)
3.60 (12.05.1999)
3.61 (20.12.1999)
3.62 (10.03.2000)
4 Juni 2000
bis
August 2000
Opera 4 war der erste auf einem neuen plattformübergreifenden Kern (Qt) aufgebaute Browser, was die Veröffentlichung Operas auf anderen Betriebssystemen erleichterte und damit das Project Magic, das die Portierung von Opera auf andere Betriebssysteme wie OS/2, Linux, Mac OS, BeOS und BSD beinhaltete, schnell vorantrieb. Der Kern unterstützte mehrere Standards wie CSS1, CSS2, HTML4, XML und WML und enthielt einen integrierten E-Mail-Client. Opera 4 war die erste Version, die den großen Sprung in die breitere Öffentlichkeit schaffte. Die Instabilität und Programmfehler der frühen Versionen wirkten sich negativ auf den Ruf Operas aus, was mit den Wartungsausgaben nachgebessert wurde. Die erste Beta-Version der 4er-Serie erschien am 20. März 2000. Nach drei Unterversionen erschien mit 4.02 schon am 2. August 2000 die letzte Version der 4er-Serie. 4.00 (28.06.2000)
4.01 (13.07.2000)
4.02 (02.08.2000)
5 Dezember 2000
bis
Juni 2001
Opera 5 war die erste Version, die als kostenlose Alternative zum Kauf auch als Adware-Version veröffentlicht wurde. Opera 5 war stabiler als 4 und während der Wartungsausgaben erhielt es neue Funktionen wie das integrierte Instant Messaging, das das ICQ-Protokoll benutzte, in Version 6 aber wieder wegen Problemen entfernt wurde, Mausgesten, Hotlist-Panels und die integrierte Suche. Die 5er-Reihe endete mit der stabilen und ebenfalls als Standard für spätere Versionen benutzten Ausgabe 5.12. 5.00 (06.12.2000)
5.01 (16.12.2000)
5.02 (16.01.2001)
5.02b (25.01.2001)
5.10 (10.04.2001)
5.11 (19.04.2001)
5.12 (27.06.2001)
6 Dezember 2001
bis
März 2003
Die Opera 6-Reihe führte die langerwartete (jedoch noch nicht bidirektionale) Unicode-Unterstützung ein. Außerdem wurde ein neues SDI/MDI-Interface eingeführt, das den Wechsel von SDI-Browsern zu Operas MDI-Interface erleichtern und eine Portierung auf Macintosh-Betriebssysteme erlauben sollte. Während der späteren Bugfix-Ausgabe wurde der Kiosk-Modus erweitert, die integrierten Suchen wurden änderbar und eine Menge Druckprobleme wurden gelöst. 6.00 (18.12.2001)
6.01 (12.02.2002)
6.02 (15.05.2002)
6.03 (27.05.2002)
6.04 (01.06.2002)
6.05 (13.08.2002)
6.06 (18.03.2003)
6.06b (25.03.2003)
7 Januar 2003
bis
Februar 2005
Opera 7 wurde Anfang 2003 herausgegeben. Die heute noch verwendete Presto-HTML-Rendering-Engine wurde eingeführt, die erstmals Unterstützung für das W3C DOM bot. Ebenfalls neu war die Small Screen Rendering-Technik, die Seiten wie auf Handheld- und anderen kleinen Bildschirmen rendert. Die komplette Benutzeroberfläche wurde unter Verwendung eines maßgeschneiderten plattformübergreifenden Skinning-Systems neu geschrieben, das sie vollständig konfigurierbar machte und den Ressourcen-Verbrauch im Vergleich zu Version 6 erheblich reduzierte. Das kombinierte SDI/MDI-Interface und Funktionen wie Vor-/Rücklauf, das Notizen-Panel und Opera Show (die Fähigkeit, Präsentationen mithilfe von CSS zu gestalten und im Vollbildmodus anzuzeigen, siehe auch S5) kamen als weitere Funktionen hinzu. Der neue Mail- und News-Client M2 erweiterte Operas E-Mail-Fähigkeiten enorm. Basierend auf einem leistungsstarken Filter-System mit Mail-Organizing-Fähigkeiten zielt er darauf ab, die E-Mail-Verwaltung so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Da sowohl das Interface als auch die Rendering-Engine nativ in Opera verankert sind, kann Opera 7 identisch auf allen Betriebssystemen ausgeführt werden.
Das im Mai 2004 veröffentlichte Opera 7.5 enthielt eine Vielzahl neuer Funktionen und unterschied sich deutlich von Opera 7.0. Opera 7.5 war mit einer neuen Benutzeroberfläche und einem neuen Standard-Skin ausgestattet. Opera Mail wurde um RSS-Unterstützung und eine auf GNU Aspell basierende Rechtschreibprüfung erweitert; ein neuer IRC-Client wurde integriert.
7.00 (28.01.2003)
7.01 (05.02.2003)
7.02 (26.02.2003)
7.03 (13.03.2003)
7.10 (11.04.2003)
7.11 (09.05.2003)
7.20 (23.09.2003)
7.21 (14.10.2003)
7.22 (12.11.2003)
7.23 (22.11.2003)
7.50 (12.05.2004)
7.51 (03.06.2004)
7.52 (07.07.2004)
7.53 (20.07.2004)
7.54 (05.08.2004)
7.54u1 (13.12.2004)
7.54u2 (02.02.2005)
8 April 2005
bis Juni 2006
Die endgültige Version von Opera 8.00 wurde am 18. April 2005 veröffentlicht. Die erste Beta-Version wurde am 23. Dezember 2004 zum Herunterladen freigegeben. Ursprünglich war geplant, dass die nächste Ausgabe die Versionsnummer 7.60 tragen würde. Aufgrund einer größeren Anzahl neuer Funktionen entschieden sich die Entwickler für einen Versionssprung auf 8. Die neue Opera-Version unterstützt (allerdings nur unter Windows 2000 und XP) als erster Browser Sprachsteuerung und das von Opera mitentwickelte X+V. Die ERA-Technologie (Extensible Rendering Architecture) wurde hinzugefügt, die es ermöglicht, Webseiten bei jeder Auflösung ohne horizontalen Bildlauf anzuzeigen. Operas Benutzeroberfläche wurde erweitert und ein neuer (optionaler) Firefox-ähnlicher Fenstermodus eingeführt, der keine MDI-Funktionen bietet. Seit der Version 8.0 beta 3 unterstützt Opera auch eine Teilmenge des SVG-Formates, das sogenannte „SVG-Tiny“.
Seit Version 8.50 beinhaltet Opera keinen Werbebanner mehr, was zuvor bei der kostenlosen Variante der Fall war. Die Kaufversion wurde damit überflüssig und abgeschafft.
8.00 (18.04.2005)
8.01 (16.06.2005)
8.02 (28.07.2005)
8.50 (20.09.2005)
8.51 (22.11.2005)
8.52 (15.02.2006)
8.53 (03.03.2006)
8.54 (04.04.2006)
9 Juni 2006
bis
September 2009
Die erste Vorschau-Version wurde am 20. Oktober 2005 veröffentlicht. Ab dieser Version unterstützt Opera XSLT, Web-Forms 2.0, Canvas 2D und Atom 1.0. Zudem wurde die Bedienung für Browser-Umsteiger weiter vereinfacht und Zugriff zu erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten gegeben.
Mit der Technical Preview 2 folgten innovative Funktionen wie als Ajax-Applikationen realisierte Widgets (z. B. Taschenrechner und Kalender), eine Vorschaubilder-Funktion für geöffnete Tabs, sowie erneut ein integrierter BitTorrent-Client. Dem bereits in der ersten Vorschau enthaltenen Quelltextanzeiger wurde ein einfaches Syntax-Highlighting hinzugefügt. Außerdem wurde eine graphische Konfigurationsmöglichkeit der ursprünglich für den Kioskmodus gedachten Filterfunktion für URI hinzugefügt, die einen Adblock-ähnlichen Werbeblocker ermöglicht. Auch die bereits aus der ersten Vorschau bekannten seitenspezifischen Einstellungen wurden um eine Konfigurationsmöglichkeit in der Oberfläche ergänzt. Zudem wurden bereits aus den Vorversionen bekannte Funktionen ausgebaut und verbessert.
Seit der Vorabversion „Build 8265“ vom 10. März 2006 besteht Opera auch den Acid2-Test, mit dem die Darstellungsfähigkeiten von Webbrowsern geprüft werden.
Die Final-Version von Opera 9.0 erschien am 20. Juni 2006.
Am 4. September 2007 wurde die erste Alphaversion von Opera 9.5 veröffentlicht, nach zahlreichen Weeklys und zwei Betaversionen erschien die finale Version am 12. Juni 2008. Neben Unterstützung für CSS3 und einer komplett neu geschriebenen JavaScript-Engine wurde das Standarddesign durch den dunkel gehaltenen Sharp-Skin ersetzt. Mittels Opera Link und einem Konto bei My Opera lassen sich Schnellwahl, Lesezeichen und Notizen mit einer anderen Desktopinstallation und Opera Mini ab Version 4 synchronisieren. Direkt in der Adressleiste lässt sich per Quick Find eine Volltextsuche über alle besuchten Webseiten durchführen. Der Phishingschutz wurde um die Malware Blacklist von Haute Secure ergänzt.
In Opera 9.60 wurden unter anderem die Synchronisierungsfunktion „Opera Link“, der integrierte Feedreader sowie der auch zum Programmpaket gehörende E-Mail-Client um nützliche Funktionen erweitert. Zudem sollen sich mit der neuen Version Webseiten noch schneller darstellen lassen.
9.00 (20.06.2006)
9.01 (02.08.2006)
9.02 (21.09.2006)
9.10 (18.12.2006)
9.20 (11.04.2007)
9.21 (21.05.2007)
9.22 (19.07.2007)
9.23 (15.08.2007)
9.24 (17.10.2007)
9.25 (19.12.2007)
9.26 (20.02.2008)
9.27 (03.04.2008)
9.50 (12.06.2008)
9.51 (03.07.2008)
9.52 (20.08.2008)
9.60 (08.10.2008)
9.61 (21.10.2008)
9.62 (29.10.2008)
9.63 (16.12.2008)
9.64 (03.03.2009)
10 September 2009
bis heute
Die erste Vorschau-Version wurde bereits Ende März 2008 als “Public Acid3 build” veröffentlicht. Diese frühe Version wird normalerweise nur firmenintern zu Testzwecken verwendet. Im Dezember 2008 erschien die erste Vorab-Version unter dem Namen Opera 10 - sie setzte als erste auf die neue Presto-Rendering-Engine, und überzeugte im Acid3-Test wie die Version vom März mit 100 von 100 Punkten.

Als weitere Neuerungen gelten die automatische Update-Funktion, die bei den Konkurrenzprodukten schon Standard ist und die Rechtschreibprüfung, die jetzt ohne GNU Aspell möglich ist. Das integrierte Email-Programm lässt das Verfassen und Versenden von HTML-Mails zu; bisher war nur das Empfangen und Anzeigen möglich.

Die letzte signifikante Neuerung ist Opera Unite, ein Webserver, der direkt vom Browser aus gestartet werden kann, ohne Vorkenntnisse im Bereich Servertechnik oder Web-Programmierung vorauszusetzen. Einige grundlegende Funktionen werden von Opera bereits zur Verfügung gestellt, später sollen Entwickler selbst neue Applikationen zu Unite hinzufügen können. Unite wurde mit Version 10.10 offiziell veröffentlicht.

10.00 (01.09.2009)
10.01 (27.10.2009)
10.10 (23.11.2009)