Google Chrome

Google Chrome

Google Chrome ist ein Webbrowser, der von Google Inc. entwickelt wird und seit September 2008 als Beta-Version verfügbar ist. Zentrales Konzept ist die Aufteilung des Browsers in optisch und prozesstechnisch getrennte Browser-Tabs.

Google Chrome baut auf der Rendering-Engine WebKit auf, die ihrerseits aus dem KDE-Projekt Konqueror hervorging und auch in Apples Browser Safari zum Einsatz kommt.

Allgemein

Der Browser befindet sich noch in der Entwicklung. Vorerst gibt es den Browser als Beta-Version nur für Microsoft Windows XP (ab SP2) und Vista.
Mit Version 4 (23. November 2009) kam die erste auch unter Linux und Mac OS X laufende Version heraus.

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht es bei der Einführung des Google-Browsers in erster Linie um einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Cloud Computing. Es sei weniger eine Konkurrenz zu Microsofts Internet Explorer als vielmehr zu Microsofts Strategie, ein Supernetz namens Live Mesh aufzubauen, also die systematische Auslagerung aller Programme vom PC, Notebook oder Mobiltelefon auf kostenlos nutzbare Online-Angebote. Fragwürdig sei daran vor allem der Datenschutz beziehungsweise die fehlende Kontrollierbarkeit der privaten Daten auf den fremden Servern einer Handvoll von Anbietern wie Amazon, Google, IBM, Microsoft und möglicherweise Oracle. Zusätzlich ist nicht klar, wieweit der Benutzer durch die Datenübertragung ausspioniert werden kann.

Chromium

Hinter Google Chrome steht das von Google geführte Open-Source-Projekt Chromium. Der Quelltext von Chromium wird unter der BSD-Lizenz zur Verfügung gestellt. Google gibt deshalb an, dass sein Browser Open Source sei.

Für Verwirrung bezüglich dieser Aussage sorgte der Umstand, dass Google Chrome als ausführbares Programm unter Nutzungsbedingungen lizenziert weitergegeben wird, die sich von Sprache zu Sprache deutlich unterscheiden. Die englische Variante sind hierbei Closed Source-Nutzungsbedingungen, die unter anderem Reverse Engineering, jeglichen Zugriff auf den Quelltext und dessen Weiterverwendung verbieten. Die BSD-Lizenz hingegen erlaubt dies ausdrücklich.

Chromium ist Google Chrome weitgehend gleich, nur ein paar Unterschiede bestehen: Neben den Markenkennzeichen (Name und Logo) von Google Chrome, wird auch nur dieses mit der Paketverwaltung GoogleUpdate ausgeliefert. Außerdem übermittelt nur Google-Chrome einen zusätzlichen Parameter bei Google-Suchen, der weitere Informationen über den Browser an Google mitteilt.

Software

Einige Ideen wurden von anderen Browsern wie Firefox, Opera und Safari übernommen. Dabei findet, wie auch in Android, die von Apple vorangetriebene Rendering-Engine WebKit Verwendung. Die JavaScript-Implementierung ist als Open Source veröffentlicht worden und stammt vom dänischen V8-Team, unterstützt Mehrkernprozessoren und ein dynamisches Optimierungsverfahren, bei dem JavaScript-Objekte versteckt um geteilte Klassen erweitert werden.

Auch das Tabbed Browsing wurde von Grund auf neu entwickelt. Anders als in vergleichbaren Browsern, in denen alle Tabs nur eine Visualisierung innerhalb des Hauptprozesses darstellen, sollen die Tabs in Chrome in sich geschlossene Prozesse sein und als solche auch in einem eigenen Task-Manager kontrollierbar sein. Dadurch soll vermieden werden, dass ein einziger Tab, in dem ein rechenintensiver Prozess läuft, die Performance des gesamten Browsers in Mitleidenschaft zieht. Auch sollen die Prozesse innerhalb eines Tabs wie in einer Sandbox laufen, also keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben, mit anderen Prozessen außerhalb des Tabs oder Betriebssystemfunktionen wie Dateizugriffen zu interagieren. Das dient neben der Performance vor allem der Sicherheit. Pop-up-Fenster bleiben zunächst innerhalb des jeweiligen Tabs.

Das Benutzerinterface lässt die Tab-Fenster eigenständiger erscheinen, indem sie beispielsweise wie bei Opera eigene Kontrollschaltflächen besitzen sowie eine eigene Adresszeile („Omnibox“). Diese macht unter anderem Vorschläge und erlaubt eine Volltextsuche über bisher besuchte Webseiten sowie über bisherige Suchanfragen auf zahlreichen Seiten, wie zum Beispiel Wikipedia. Auch ist die Möglichkeit vorgesehen, Tabs für Webanwendungen ohne allgemeine Benutzerinterface-Elemente darzustellen. Des Weiteren wird eine automatisch generierte Startseite mit den häufigst besuchten Webseiten und Suchdiensten dargestellt; auch ein Surfmodus („Incognito“), der keine Spuren auf dem lokalen System hinterlässt, ist vorhanden. Im Gegensatz zum Firefox 3, Opera und Internet Explorer 7 skaliert Chrome Grafiken nicht, sondern ändert lediglich die Schriftgröße, wenn der Benutzer in die Webseite hinein- oder aus ihr herauszoomt.

Mittels der frei zugänglichen Google Safe Browsing API erhält Chrome Listen gefährlicher Internetseiten. Chrome unterstützt die Google-API Gears und ermöglicht insbesondere Gears-Anwendungen mit mehreren Threads. Mittels der Laufzeitumgebung Gears kann Google Chrome serverbasierte Webanwendungen wie eine Desktop-Anwendung ausführen.

Architektur

Chrome besteht aus drei Teilen. Der Browser selbst ist für die Steuerung der Software zuständig, der Renderer ist im Browser implementiert und stellt einen Subprozess wie zum Beispiel einen Tab dar. Innerhalb des Renderers befindet sich WebKit. Chrome ist komponentenbasiert aufgebaut. Die Interprozesskommunikation arbeitet nachrichtenorientiert und benutzt Channeling.

Funktionen

Funktionen Beschreibung
Ein Eingabefeld für alles Websuche, Webverlauf, Adressleiste, Vorschläge während der Eingabe: Ein einziges Feld deckt alle Anforderungen an einen Browser ab
Seite “Neuer Tab” Bei jedem Öffnen eines neuen Tabs sehen Sie ein Beispielbild der am häufigsten besuchten Websites, der am häufigsten verwendeten Suchmaschinen sowie die vor kurzem gespeicherten Lesezeichen und die geschlossenen Tabs
Anwendungsverknüpfungen Verwenden Sie Webanwendungen, ohne den Browser zu öffnen. Anwendungsverknüpfungen können direkt in die am häufigsten verwendeten Online-Anwendungen geladen werden
Dynamische Tabs Tabs können aus dem Browser gezogen werden, um so neue Fenster zu öffnen. Mehrere Tabs können zudem in einem Fenster gesammelt werden. Die Tabs können Ihren Wünschen entsprechend angeordnet werden – schnell und einfach
Ausfallkontrolle Jeder verwendete Tab wird unabhängig im Browser ausgeführt. Wenn also eine Anwendung ausfällt, sind andere Anwendungen davon nicht betroffen
Modus “Anonym browsen” Sie möchten nicht, dass von Ihnen besuchte Seiten im Webverlauf erscheinen? Dann wählen Sie den Modus “Anonym browsen” zum privaten Surfen
Sicherheit Google Chrome warnt Sie, wenn Sie eine verdächtige Phishing-, Malware- oder anderweitig gefährliche Website besuchen möchten
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